Woche 6 im Urban Gardening Wettbewerb

Während ich diese Zeilen tippe, löffle ich eine Suppe, die auch Blattkohle aus eigener Ernte und meine drei winzigen Erdäpfel enthält. Jedes einzelne dieser drei Kartöffelchen zeigt mir wieder, warum ich lieber Gemüse als Pelargonien auf meinem Balkon pflanze: Sie schmecken einfach unvergleichlich besser als die gekauften!

Was hat sich diese Woche getan? Der Sturm Mitte letzter Woche hat einigen Pflanzen ganz ordentlich zugesetzt. Die noch jungen Bohnen mögen offensichtlich keinen starken Wind, egal ob der kalt oder warm ist. Auch die Gurkenblätter schauen etwas geknickt aus. Am traurigsten aber fand ich, dass die Böen vier Stangen mit noch kleinen Tomaten und Blüten gekappt haben. Ich hab‘ alle wieder in die Erde gesteckt, bei zweien war’s vergeblich, bei der zweiten Hälfte besteht doch die vage Möglichkeit, dass sie einwurzeln könnten.

Mein Experiment, mit Roiboos-Tee Schadinsekten zu vertreiben, hat teilweise Erfolge zu verzeichnen. Die Blattläuse gaben sich eher unbeeindruckt von meiner Sprühaktion. Die Spinnmilben scheinen mir aber deutlich zurückgegangen zu sein, vor allem auf den Pflanzen (Bohnen hauptsächlich, die lieben dieses Viecher ja ganz besonders), deren Blattrückseiten ich noch mit dem Teesud eingerieben habe. Auf den Salat hatte die Sprühmischung keine guten Auswirkungen, der wurde fleckig und die äußeren Blätter, also die, die ich am besten erwischt hatte, sterben ab. Ob das der Roiboostee ist, oder das beigemischte Bittersalz kann ich nicht sagen. Auf die Kümmertomaten am südseitigen Wohnzimmerfenster hat die Benetzung mit der Tee-Bittersalzmischung gute Wirkung gezeigt. Sie machen erstmals den Eindruck als ob sie doch noch mehr als geradeso überleben wollten und beginnen die Blätter auszurollen und neue Triebe aus den Blattachsen zu bilden. Allerdings muss ich sagen, dass ich an diesen Tomatenpflanzen noch mehr experimentiert habe. Weil ich ja die Erde im Verdacht hatte, das Wachstum zu behindern, vielleicht durch viel zu viel Holzschnippsel und andere noch nicht richtig kompostierten Pflanzenteile, wollte ich sehen, ob ich da was verbessern kann, ohne umzugraben und die Erde zu tauschen. Ein Artikel über Sauerkraut zur Jauchen- und Kompostverbesserung und eine angebrochene Flasche Sauerkrautsaft in der Küche, die ich nicht mehr selbst auszutrinken gedachte, brachten mich auf die Idee, dem Gießwasser einen Schuss von dem Saft beizumischen. Vielleicht hat auch das dazu beigetragen, dass es den Pflanzen endlich besser geht.

Zur rechten Hälfte meines Fotos möchte ich noch anmerken, dass die Süßkartoffeltriebe, die ich letzte Woche gesetzt habe, nicht unbedingt in Bataten resultieren müssen. Ich will die Blätter versuchen, sollen in Asien eine gern gegessene Zutat für Suppen und Stir-Frys sein. Das obere Bild zeigt euch einen Teil meines vertikalen Flaschengartens, in diesem Fall mit Buschbohnen bepflanzt. Auch an diesen ist der Spinnmilbenbefall übrigens zurückgegangen.

Written by Michaela