Schwangerer Paprika

Paprika – früher dachte ich immer, die Pflanze sei einjährig. Ich hatte eine Zeit lang einen Selbsternte-Gemüsefeldanteil. Mitte Mai bekamen wir die zarten, kleine Paprikapflanzen zum Einsetzen. Und dann begann das Warten. Frühestens im August hatte ich die ersten, natürlich noch grünen Paprika. Wenn das Wetter mitspielte, ich geduldig genug war und die Wildhamster nicht zu hungrig, hatte ich im Herbst auch rote. Ich liebe rote Paprika! Weil mir das zu kurz war, versuchte ich, sie im Oktober auszugraben und in einen Topf zu pflanzen, damit ich sie mit nachhause nehmen konnte. Sie sind immer eingegangen.

Als ich mich mit dem Gärtnern auf Balkon und Fensterbrett beschränkte, konnte ich die Töpfe rechtzeitig vor den frostigen Nächten reinholen und stellte fest, dass Paprikapflanzen den Winter durchaus überleben können. In der finstersten Zeit des Jahres, so kurz vor der Wintersonnwende begannen sie einen Großteil der Blätter zu verlieren, um kurz darauf wieder auszutreiben und schon im Jänner waren die ersten Blüten zu sehen. Das entspricht schon eher einem Wachstumszyklus, der eine gute Ernte verspricht.

Spitzpaprika

Letztes Jahr ist ein Kern in einen fremden Topf gesprungen, hat dort unbemerkt ausgetrieben und war im Winter am Höhepunkt seines Wachstums. Ende Dezember zierte ein roter Spitzpaprika die Pflanze! Am 23. Jänner fand ich dann, es ist Zeit, dass er aufs Brot kommt. Die erste Ernte des Jahres! Ich schnitt ihn auf und siehe da! Der Paprika war “schwanger”! Ein paar Kerne hatten bereits gekeimt, einer sogar ein kleines Pflänzchen mit grünen Keimblättern ausgebildet. Ich nahm sie vorsichtig heraus und setzte sie in die Erde. Das Pflänzchen hat sich gut entwickelt, vor zwei Wochen hab’ ich es in einen großen Topf gesetzt. Ein zweiter Paprika hat auch überlebt, er ist etwas kleiner, aber trotzdem hübsch und kräftig! Die Mutterpflanze lebt auch noch. Sie hat nach der Ernte im Jänner die Blätter fallen lassen, mittlerweile aber wieder ausgetrieben und blüht gerade. Mal sehen, wie viele Paprika mir das Trio in diesem Jahr bescheren wird.

Ein kleiner Tipp zum Schluss:

Wenn ihr eure Paprikapflanzen selbst aussät, startet am besten schon Mitte Jänner. Sie brauchen recht lange, bis sie sich entwickeln und Blüten ansetzen. Ihr könnt so früher ernten. Und wenn ihr sie rechtzeitig reinholt und den Winter über an einem hellen Platz stehen lasst, wird die Ernte im nächsten Jahr noch früher ausfallen.

Der kleine Keimling ist groß geworden

 

 

Written by Michaela