Finale im Urban Gardening Wettbewerb

Die letzte Woche im Wettbewerb, Zeit Bilanz zu ziehen, auch wenn die Balkonsaison ja noch eine Zeit lang weitergeht. 2014 war ein Jahr vieler Experimente, manche habe gut funktioniert, andere weniger. Hier ein paar der Punkte, die definitiv in die Balkongartenlandwirtschaft des nächsten Jahres einfließen werden.

Ich hab‘ mich dieses Jahr vom frühen Frühling dazu verleiten lassen, einige Dinge viel zu früh zu pflanzen. Die Tomaten zum Beispiel: In der dritten Februarwoche ausgesät waren die dann überständig als ich sie in der dritten Maiwoche in ihre endgültigen Töpfe gesetzt habe. Das passiert mir nächstes Jahr nicht mehr. 6 Wochen vor dem Auspflanzen wird gesät, und so es nicht schneit und friert kommen sie Mitte April hinaus. Mit einem Hauberl, wenn’s notwendig ist.

Auch die Bohnen und Gurken habe ich zu früh gesät. Wäre besser gewesen, sie gleich in die endgültigen Töpfchen zu säen, je nach Wetter auch zwischen Mitte April und Anfang Mai. Alle Bohnen, die ich nicht umgesetzt habe und erst im Mai bzw. später nachgesät hab‘, sind recht gut gewachsen. Die anderen eher nicht.

Ich war eine zu sparsame Düngerin, nächstes Jahr bekommen sie mehr und öfter Nachschub. Vor allem die Tomaten und Paprika scheinen wesentlich mehr Dünger zu brauchen, als ich gedacht habe. Im August, wo sie nun optimal versorgt wurden, wuchern die Küchenfensterbretttomaten und schießen viele Blüten und Fruchtansätze nach. Aber das kalte Wetter macht ihnen zu schaffen, und wenn es so bleibt, werden wohl nicht alle ausreifen können.

Eines meiner Experimente war das Zusetzen von ca. 1 TL Kurkuma auf 1,5 Liter Gießwasser für die Tomatenpflanzen, die ja unter einer mysteriösen Welkekrankheit, vermutlich ein Pilz, leiden. Das hat gut funktioniert. Im Vergleich zum Vorjahr, wo es ja trockener war, also eigentlich bessere Bedingungen für die Pflanzen herrschten, schauen die Pflanzen noch sehr gut aus, es sind relativ wenige Blätter befallen.

Das Experiment Roiboos-Tee gegen Spinnmilben ließ sich zwar Anfangs gut an, ist aber nicht 100%ig zufriedenstellend. Dort, wo ich mit dem Teebeutel drübergegangen bin waren die Resultate gut, dort wo ich „nur“ gesprüht hab‘, war der Rückgang nicht von Dauer. Gut getan hat das Sprühen in Kombination mit Bittersalz auf jeden Fall den am stärksten zurückgebliebenen Tomaten, die danach endlich wieder weitergewachsen sind und auch ein paar Blüten und Früchte angesetzt haben, wie z.B. die hübsche Blue Berry Tomate auf dem Bild oben rechts.

Ebenfalls gut funktioniert hat das Ausbringen von Kamillentee auf die Erdbeeren im Winter (natürlich an frostfreien Tagen, von denen es diesmal ja eine Menge gab). Die Erdbeeren sind heuer so schön gewachsen wie noch nie. Sie blühen auch jetzt noch und ich kann immer wieder ein paar Früchte fürs Müsli oder Joghurt pflücken.

Wie schaut es jetzt mit der Ernte aus? 2,8 Kilo waren es bis jetzt. Mein Ziel, das Vorjahr mit seinen 13 Kilo zu übertreffen, werde ich wohl nicht erreichen. Allerdings hängt der Apfelbaum noch voll mit rotbäckigen Gala-Äpfeln (ich habe diese Woche erst einen getestet, die vertragen noch ein bisschen Reifezeit), die Tomaten hängen auch noch voll mit fast reifen und unreifen Früchten, die Auberginen sind noch am Wachsen und etliches Grünzeug habe ich auch noch für den Herbst. Vielleicht komme ich auf die gleiche Menge wie letztes Jahr. Da hatte ich um diese Zeit schon mehr Tomaten geerntet und auch die Gurken sind im Gegensatz zu heuer wesentlich produktiver gewesen. Als Ausgleich war ich viel in der Natur unterwegs und hab‘ dort wilden Rucola-Salat, Kriecherl, Brombeeren und Kirschen gesammelt. Wenn ich das zu meiner Balkonernte dazuzähle, bin ich bis jetzt immerhin auf 9,2 Kilo gekommen.

Oh, und für den Winter habe ich ein Experiment mit LED Wachstumslampen geplant. Vielleicht krieg‘ ich so ein paar Tomatenpflanzen – die die sich selbst ausgesät haben und erst Ende Juli aufgegangen sind – über den Winter, für eine extrem frühe Paradeiser-Ernte 2015!

Der Austausch mit euch allen, Organisatoren, Experten und Teilnehmern hat viel Spaß gemacht. Ich hoffe, wir verlieren uns auch in der Zeit nach dem Wettbewerb nicht aus den Augen. Alles Liebe!

PS: Das Bild Omama im Apfelbaum ist inspiriert von einem meiner liebsten Kinderbücher: Mira Lobes “Die Omama im Apfelbaum”.

Written by Michaela